Warum eine Erhöhung der Gewerbesteuer ein falsches Signal für Dresden wäre!
Dresden steht 2025/2026 vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Die aktuellen Finanzberichte zeigen klar: Unsere Stadt kämpft mit massiven Mehrbedarfen in gesetzlichen Pflichtleistungen—insbesondere im Sozialbereich, bei der Jugendhilfe, in der Grundsicherung sowie steigenden Personalkosten. Hier haben wir als Kommune leider kaum bis keinen Handlungsbedarf. Bereits im laufenden Jahr 2025 summieren sich Mehrausgaben und Mindererträge auf über 74 Mio. Euro, wobei die freie Liquidität aus dem Jahresabschluss 2024 vollständig zur Deckung dieser Pflichtaufgaben benötigt wird. Für 2026 muss aufgrund der absehbaren Verschärfung der Lage sogar eine Haushaltssperre greifen. Wir rechnen mit einem Defizit im hohen dreistelligen Millionenbereich allein für 2026. Ohne nötige Reformen auf kommunaler aber vor allem Bundesebene drohen der Landeshauptstadt Dresden Ende 2026 weitere Ausgabeeinschränkungen.
Diese Entwicklung zeigt deutlich: Die finanziellen Engpässe resultieren nicht aus fehlenden Einnahmen der Wirtschaft, sondern aus bundes- und landesrechtlich vorgegebenen Kostensteigerungen, auf die die Stadt kaum Einfluss hat.
Bürgerbegehren darf nicht zu Steuererhöhungen führen
Mit dem Bürgerbegehren „Dresdner Nahverkehr erhalten“ wird eine unmittelbare Erhöhung der Gewerbesteuer auf 475 Prozentpunkte verbunden. Diese Erhöhung wäre die höchste in ganz Sachsen und eine der höchsten bundesweit. Sie würde Dresden im Standortvergleich deutlich zurückwerfen. Die Initiatoren führen die Gewerbesteuer explizit als zentralen Baustein zur Finanzierung des ÖPNV auf. Sollte der Stadtrat das Bürgerbegehren für zulässig erklären und den Forderungen entsprechen, wäre eine Erhöhung zwingend vorgesehen. Eine entsprechende Vorlage liegt bereits vor. Diese werden wir zum Wohle der Stadt und der kommunalen Wirtschaftslandschaft ablehnen.
Denn: Gerade in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten wären höhere Unternehmenssteuern ein schwerer Fehler. Die Verwaltung selbst warnt vor erheblichen Risiken für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Stadt.